Lichterbögen – typisch schwedisch

Lichterbögen sind typisch für Schweden und stehen ab dem Lucia-Fest beinahe in jedem schwedischen Fenster. Die ersten Lichterbögen kamen in Schweden in den 1920-Jahren auf. Ein Haufen mit kaputten Weihnachtsbeleuchtungen und schwedisches Sicherheitsdenken gaben schliesslich in den 1930ern den Ausschlag zu einer neuen Erfindung: Der elektrische Lichterbogen – den elektriska ljusstaken.

Ljusstake Nordiska Museet

Der erste elektrische Lichterbogen Foto: nordiskamuseet.se/

Erfunden hat den Ljusstake Oscar Andersson, der damals bei Philips in Göteborg arbeitete. Elektrische Geräte waren in den 1920ern eine Besonderheit, die erste elektrische Weihnachtsbeleuchtung wurde von Philips während der Jahre 1929-1930 auf den Markt gebracht. Die bestand aus neun Lampensockeln und waren mit 14-Volt-Lampen ausgestattet bei einer Spannung von insgesamt 120 Volt. Praktisch, denn in den meisten Städten wurde eine Spannung von 127 Volt verwendet. Ein Problem gab es jedoch in ländlichen Regionen, denn dort betrug die übliche Spannung aus der Steckdose 220 Volt. Die Lampensockel begannen hier zu schmelzen und viele Lampen wurden dabei zerstört. Die kaputten Teile wiederum wurden als Reklamationsware zurück zu Philips nach Göteborg geschickt.

Oscar Andersson

Oscar Andersson 1909-1996 | Foto Ingemar Rådberg (adventsljusstaken.se)

Der damals 25jährige Oscar Andersson war im Lager bei Philips beschäftigt und damit beauftragt, alle kaputten Leuchtmittel auszusortieren und wegzuwerfen. Dabei erhielt er die Erlaubnis, die noch ganzen Stücke aufzubewahren und damit zu experimentieren.

Der erste elektrische Lichterbogen der Welt leuchtet in Oscar Anderssons Elternhaus in der Karl Gustavgatan in Göteborg im Jahr 1934 und stieß und wurde von vielen bewundert. Dieser Lichterbogen diente als Vorlage und begann schliesslich als „Julottestake“ oder „Julstake“seinen Siegeszug weltweit. Der Prototyp seines Produkts ist im  Nordiska Museum in Stockholm zu bewundern.

In Schweden werden pro Jahr ca. eine Million Lichterbögen verkauft und sind in über 90% der schweidischen Haushalte zu finden.

Mehr Bilder und Infos auf der Webseite des Nordischen Museums in Stockholm

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Ein Herbst voller Energie in Alingsås

Wenn die Nächte wieder länger werden in Schweden wird es wieder Zeit für die LIGHTS in ALINGSÅS, ein Lichtspektakel in der Kleinstadt in der Provinz Västergötland ca. 50 km nordöstlich von Göteborg. Alles fing an mit einigen Studenten vom Lichtzentrum (Ljuscentrum) der Uni Göteborg, die  1998 nach Allingsås kamen, um mit architektionischer Beleuchtung im öffentlichen Raum zu experimentieren. So entstanden die allerersten Installationen die der Ausgangspunkt zu LIGHTS I ALINGSÅS wurde. Heute ist das Ergebnis ein international beachteter pädagogischer und experimenteller Beleuchtungsworkshop, der viel Spaß mit sich bringt und der jährlich immer größer wird.

(c) Lights in Alingsås

Die letzte Woche im September kommen schließlich sechs international tätige Lichtdesigner aus unterschiedlichen Teilen der Welt in Allingås zusammen. um mit über 50 internationalen Design- und Architekturstudenten und Schülern des Energieprogramms des Alingsås-Gymnasiums ihr eigenes Lichtprojekt zu realisieren. Eine wichtige Möglichkeit für die Studenten, in ihrem Studium sich ganz praktisch dem Thema LICHT zu widmen.
Aber auch die Einwohner sind nicht außen vor, in Sachen Licht macht denen inzwischen keiner mehr was vor und die Zahl der interessierten Touristen steigt von Jahr zu Jahr, inzwischen auf über 75.000.


Mehr Infos und tolle Bilder zu den LIGHTS I ALLINGSÅS unter http://lightsinalingsas.se (schwedisch und englisch).

 

 

Schwedenshop öppet

Hej igen!

Schwedischer Lifestyle und Schwedenfeeling – das wollten wir nicht nur im Urlaub erleben sondern auch in unseren Alltag hier integrieren. Daher ausnahmsweise mal ein klein bisschen Werbung in eigener Sache …

Es gibt immer wieder kleine Lifestyle-Produkte, die wir mit Schweden verbinden und die wir gerne auch in unseren Breiten anderen Skandinavien-Begeisterten zugänglich machen wollten.  Darum haben wir einen kleinen SCHWEDENSHOP online eingerichtet, für alle, die mal schnell etwas Schwedisches zum Verschenken oder auch für sich selbst brauchen –  frei nach dem Motto: EIN STÜCK SCHWEDEN FÜR JEDEN !

Also, wer Lust hat mal zu Stöbern …
Herzlich Välkommen im SCHWEDENSHOP unter schwedenkontor.shop !

 

IKEA-Gründer Ingvar Kamprad mit 91 Jahren gestorben

Ingvar Kamprad (2004) an der Växjo-Universität Foto: Hasse Karlsson/wikipedia.de

Der Gründer von IKEA, Ingvar Kamprad, ist im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheitsdauer an den Folgen einer Lungenentzündung auf seinem Hof bei Liatorp im Landkreis Älmhut gestorben.

Seit den 1950er-Jahren sind IKEA-Produkte weltweit ihren Weg in mehrere Millionen Haushalte eingezogen. Die Erfolgsgeschichte des schwedischen Möbelhauses führten dazu, dass Ingvar Kamprad zu einem der reichsten Männder der Welt wurde. Über Twitter und Facebook teilte IKEA mit, dass der Firmengründer Zuhause in Småland friedlich entschlafen ist. Bereits als 17-jähriger gründete der 1926 im småländischen Pjätteryd geborene Kamprad sein Unternehmen IKEA. Der Name seiner Firma war eine Abkürzung, die sich aus den Anfangsinitialen seines Namens und der Bauernhöfe zusammensetzt, auf denen er aufwuchs: Ingvar Kamprad Elmtaryd Agunnaryd.

Der Unternehmer und IKEA-Gründer war ein Mann der Gegensätze. Interviews gab er nur selten, suchte aber oft das Gespräch mit Kunden und Angstellten in allen Warenhäusern seines Unternehmens. Er war einer der reichsten Männer der Welt und beschrieb sich selbst in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen SVT aus den 1980-ern als sparsamer Mensch: „Ich bin schlecht, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen und ich habe ziemlich viele Handicaps. Ich glaube, ich habe einen niedrigen IQ-Wert, aber auf der anderen Seite war der liebe Gott nett zu mir und hat mir einen relativ gesunden Verstand gegeben, was ich mir recht oft zunutze gemacht habe“ beschrieb Ingvar Kamprad sich selbst.

Alles begann mit dem Verkauf von Stiften und Uhren, nach einigen Jahren begann das Unternehmen auch Möbel zu verkaufen. Mitte der 1950 kamen die ersten eigenen Möbelkolllektionen auf dem Markt, die für alle Einkommen erschwinglich sein sollten. Nachdem die ersten Möbel in Schweden verkauft wurden, konnte IKEA auch Erfolge im übrigen Europa, Nordamerika sowie China und Russland verzeichnen. 2015 gab es bereits 328 Warenäuser in 43 Länder, so das schwedische Fernsehen svt. Ingvar Kamprad gab die Unternehmensführung 1986 ab, hatte aber immer noch den Posten als Senior Advicer inne, um so sein Lebenwerk kontrollieren zu können.

Trotz seines Reichtums hatte Kamprad mit Problemen zu kämpfen, u.a. mit dem Thema Alkohol. „In den frühen 1960er-Jahren merkte ich, dass ich auf dem Weg zum Alkoholiker war,“ erklärte Ingvar Kamprad im Interview. „Mein Hausarzt riet mir, dreimal im Jahr für drei Wochen keinen Alkohol zu trinken, das würde meine Nieren und Leber reinigen und mich davor bewahren, Alkoholiker zu werden“, so der Unternehmer.

1994 kam heraus, dass Ingvar Kamprad in den 1940ern Mitglied der faschistischen „Nysvenska Rörelsen“ war, der „neuschweidischen Bewegung“ und mit den Nazis sympatisierte. Erst in den 1950ern beendete er sein Engagement in der Bewegung. Später erklärte er seine Bindung zum Faschismus und Nationalsozialismus als „Verirrung“ und bezeichnete diese Zeit seines Lebens als „größtes Fiasko seines Lebens“. Im Zusammenhang mit der Aufdeckung schrieb er einen erklärenden Brief an alle Mitarbeiter innerhalb des IKEA-Konzerns.

Ingvar Kamprad war seit 1963 verheiratet mit Margaretha Kamprad-Stennert, die 2011 starb. Zusammen haben sie drei Söhne, die alle im IKEA-Konzert tätig sind. Aus seiner ersten Ehe hat Kamprad eine Adoptivtochter.

1973 verließ Kamprad Schweden und zog erst nach Dänemark und später dann in die Schweiz. Im März 2014 zog er wieder zurück nach Scheweden und wohnte seitdem auf dem Bölsö-Hof in Liatorp außerhalb von Älmhult.

2011 deckten das schwedische TV-Polit-Magazin „Uppdrag Granskning“ zusammen mit der Zeitung „Smålandsposten“ auf, dass Kamprad 100 Milliarden schwedische Kronen in einer Stiftung im Steuerparadies Lichtenstein versteckte. Viele empörten sich über diese Veröffentlichung und sahen die Nachforschungen als Hexenjagd in Richtung Kamprad an, Dieser erklärte einige Zeit später, es sei falsch gewesen, in Lichtenstein eine Stiftung zu gründen und richtete im gleichen Jahr eine Stiftung im schwedischen Växjö ein, die Gelder für Forschungs- und Ausbildungsprojekte vergab.

Die Leitung des IKEA-Konzerns übernahm Kamprads jüngster Sohn Mathias, der den Posten des Vorstandsvorsitzenden innehat.

(Quelle: svt.se)

Weitere Infos unter: wikipedia.de