Att gifta sig i Sverige – in Schweden heiraten (Teil 5)

Foto: Bubo@wikipedia

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So, nun ist es fast schon bald ein Jahr her, seit wir in Schweden geheiratet haben. Und einige wollten gerne noch das letzte Kapitel erfahren, wie das Ganze dann in Deutschland weiterlief in Sachen Standesamt… Nun, Ähnlichkeiten zu einem Asterix-Comix, in dem die beiden Helden durch die Gänge einer Verwaltung eilen, sind nicht von der Hand zu weisen …

Trau-Urkunde-schwedisch1Phase 1: Standesamt die Erste: Ausgerüstet mit der Trau-Urkunde ging es zum Standesamt. Die Standesbeamtin fragte erst einmal, warum wir denn überhaupt die schwedische Trauung eintragen lassen wollten, die wäre doch EU-weit gültig:
– Ein Stammbuch? Kostet doch nur unnötig Geld, erklärt uns die Dame.
– Sparen Sie sich doch das Geld. Wollen Sie das wirklich ausgeben und die Ehe eintragen lassen? Brauchen Sie doch gar nicht. In Sachen Steuer gehen Sie einfach zum Finanzamt und teilen dort mit, dass Sie verheiratet sind. Das reicht. Und überhaupt, mit der schwedischen Trauurkunde könne Sie als Standesbeamtin gar nichts anfangen, sie bräuchte etwas Offizielles, einen Auszug aus dem schwedischen Register.

Phase 2: Finanzamt:
Das Finanzamt schaut kurz – ohne wirkliches Interesse – auf die schwedische Urkunde, läßt uns die steuerliche Änderung (Steuerklasse) unterschreiben und wünscht uns eine gute Zeit.

Vigsel-Intyg-1Phase 3: Anruf beim Skatteverket in Schweden. Die Dame am Telefon sucht die Nummer der zuständigen Mitarbeiterin raus und verbindet uns weiter zur zuständigen Behörde. Die dortige Mitarbeiterin schaut im Register nach, stellt fest, dass der Pfarrer die Ehe entsprechend gemeldet hat und diese auch wenige Tage nach der Trauung im schwedischen Register eingetragen ist. Aha, die deutschen Behörden bräuchten einen Auszug aus dem Register? Reicht da ne Kopie? Wohin soll ich die schicken? Geht gleich raus. Innerhalb von sage und schreibe 2 Tagen liegt die Kopie bei uns in Deutschland im Briefkasten.

Phase 4: Übersetzung des Registerauszugs: Nach kurzer Recherche finden wir eine schwedische Übersetzerin in Berlin, die ua. hoch offiziell auch von Gericht dort bestellt ist und uns gegen einen fairen Preis unseren Registerauszug ins Deutsche übersetzt, mit deutschem Stempel inklusive. Innerhalb von 2 Tagen liegt die Übersetzung in unserem Briefkasten!

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Phase 5: Standesamt die Zweite: Beim zweiten Besuch beim Standesamt der Stadt ist dieses Mal eine Kollegin der vorherigen Beamtin anwesend. D.h. gerade noch. Denn just als wir kommen, schliesst sie gegen halb elf die Tür zu ihrem Büro zu und will von dannen. Wir sprechen Sie an, erklären unser Anliegen und berichten vom Gespräch mit ihrer Kollegin. Alles passiert im Gang, Lust zurück in ihr Büro zu gehen, hat die Dame scheinbar nicht. Mit im Gepäck dieses Mal: Die original schwedische Trauurkunde, der schwedische Auszug aus dem Eheregister in Schweden, die deutsche Übersetzung. Mißmutig schaut sie sich die Kopie des Registerauszuges an, die deutsche Übersetzung dieser Kopie und meint a la: Da ist was faul im Staate Dänemark oder genauer gesagt:  „Da stimmt doch was nicht, da ist doch was faul“. Etwas überrascht schauen wir die Dame an, die uns unterstellt, wir wollten irgendwas manipulieren. Damit könne sie ja gar nichts anfangen, sie bräuchte ein Original des schwedischen Registerauszugs – und den dann natürlich übersetzt. Ich frage dezent an, wie ich ein schwedisches Register denn nach Deutschland überführen soll? Es geht ein wenig hin und her, ihre Ausführungen werden immer erregter und verwirrender, sodass ich schliesslich frage:
-Was genau wollen Sie nun haben?
– Ein Original.
– Das Ehezeugnis ist ein Original:
– Das nützt mir nichts.Ich weiß schließlich, was notwendig ist.
Nachdem wir nicht locker lassen und sie den Gang nicht entschwinden lassen, schliesst sie schliesslich sichtlich genervt ihr Büro auf, setzt sich an ihren Schreibtisch und holt aus dem Schrank ein Buch über europäisches Eherecht und Co. heraus. Laut liest Sie uns in belehrendem Stil vor, dass in Deutschland lediglich die Vorlage der Trauurkunde notwendig ist, ein Auszug aus dem Register sei nicht notwendig. Steht dort tatsächlich schwarz auf weiß. Jetzt wird die Dame – ihres Zeichens Standesbeamtin- die uns mehrmals versicherte, sie wisse genau, wie die Rechtslage ist, doch etwas zurückhaltender. Sie bittet uns sogar, Platz zu nehmen, nachdem wir ihre literarischen Untersuchungen stehend verbringen mussten. Ich mache ihr klar, dass die gelbe Trauurkunde (VIGSELBEVIS) die Trauurkunde ist, worauf sie schliesslich meint, dann bräuchte sie aber eine Übersetzung! Damit sollen wir dann bei den Kollegen im Einwohnermeldeamt vorbeischauen, die würden Sie dann anrufen.

Trau-Urkunde-schwedisch1Phase 6:  Übersetzung der Trauurkunde: Wieder kontaktieren wir die schwedische Übersetzerin in Berlin mit der Bitte um Übersetzung der Trauurkunde. Auch sie wundert sich in ihrer Antwort über die Damen auf dem Standesamt – und schickt uns innerhalb von zwei Tagen die deutsche Übersetzung zu.

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Phase 7: Standesamt die Dritte: „Alle guten Dinge sind drei“, heisst es … naja, in Sachen Standesamt haben wir inzwischen Nerven und Geld gelassen. Wir gehen ins Bürgerbüro, kommen zügig an die Reihe, der noch recht junge Mitarbeiter ruft wie beim letzten Besuch angeordnet, bei der entsprechenden Dame an … ein längeres Telefongespräch zwischen den beiden ist die Folge. Das Gesicht des jungen Verwaltungsangestellten wird immer fragender. Schliesslich verschwindet er für ca. 10 Min in die Hallen des Standesamtes um dann – ENDLICH – eine Bescheinigung der Stadt auszustellen, in der unser Eheverhältnis hervorgeht.

Hätten die Damen auf dem Standesamt doch am Besten gleich von Anfang an in ihre schlauen Bücher geschaut .. das hätte uns und ihnen viel Zeit und Nerven gespart. Wegen der Kosten, die uns unnötigerweise durch die Beamtinnen entstanden sind, steht eigentlich noch ein Behördengang an …

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Att gifta sig i Sverige – in Schweden heiraten (Teil 4)

Tatort Skatteverket in Malmö – kurz vor Ferienbeginn in Schweden. Wir entschieden uns für Malmö, da hier trotz beginnender Ferien die Öffnungszeiten noch am längsten waren. Der Nachteil: Jede Menge Menschen in allen Hautfarben, die dringende Geschäfte auf dem Skatteverket zu erledigen hatten – wie wir auch. Ein netter Mitarbeiter nahm unser Anliegen entgegen, liess uns noch einmal den Antrag ausfüllen für die hindersprövning – jetzt mit beiden Unterschriften – und gab uns einen nummerlapp … und es hiess: warten – warten – warten …

Endlich – nach ca. einer Stunde – kamen wir an die Reihe bei einer Dame mit osteuropäischem – schwedischen Akzent … nachdem wir unser Anliegen erklärt hatten und auch die Mail gezeigt hatten, in der stand, sie müsse nur noch die Kollegin in der Zentrale anrufen und bestätigen, dass wir beide vor ihr unterschrieben haben meinte sie:

– Jag behöver Era Reisepass

– wir haben keinen Reisepass dabei …

– ich brauche aber die Reisepässe

– wir haben unseren Personalausweis dabei

– nein, ich brauche eure Reisepässe !

– aber, die Mitarbeiterin in der Zentrale hat gesagt, es geht auch mit dem Personalausweis!

– ja dann, wenn die das gesagt hat …

Dann wurde es noch einmal richtig spannend. Die genannte Dame in der Zentrale hatte sich gerade aus dem System ausgeloggt und war erst wieder 30 Minuten am Arbeitsplatz erreichbar. Wir sollten doch in 30 Minuten wiederkommen:

– In 30 Minuten ? Heisst das, wir müssen wieder eine Nummer ziehen und uns hinten anstellen ?

Schulterzucken der Mitarbeiterin

– Das ist jetzt nicht ihr Ernst ? (typisch unschwedische Frage !!!)

– hm, ich mach jetzt eigentlich bald Feierabend …

Schliesslich erklärte sich der Mitarbeiter, der uns am Anfang die Anträge aushändigte, bereit, unsere Papiere entgegenzunehmen und in einer halben Stunde später sich unserer Sache anzunehmen  – wir durften dann direkt zu ihm an den Schalter kommen. Die zuständige Mitarbeiterin in Norrköping war dann inzwischen wieder ausgeloggt und erst am nächsten Tag wieder erreichbar, aber irgendwie schaffte es der gute Mann dann doch noch, die Dame zu erreichen und dann ging alles sehr schnell:

– ja, die beiden stehen vor mir, haben die Antrag ausgefüllt und persönlich unterschrieben …

– in 10 Minuten kommt der Bescheid nach Malmö und ihr könnt ihn mitnehmen …

Und tatsächlich, so geschah es dann auch nach insgesamt 4 Stunden auf dem Skatteverket in Malmö … Vielleicht wäre ein kleineres Skatteverk vielleicht doch eine Alternative gewesen, was den Andrang der Menschen betrifft.

Erstaunlich war, dass wir für alle Behördendienste in Schweden keine Öre bezahlen mussten.

Foto: Svenska kyrkan

Die Papiere übergaben wir dann im Anschluss an unseren Pfarrer, der uns dann samstags drauf ein einer kleinen Landkirche an der Grenze von Skåne zu Småland verheiratete… und damit auch gleich die standesamtliche Trauung in einem Rutsch mitmachte … Wir erhielten eine Trauurkunde, ein Vigselbevis, die Meldung über die vollzogene Trauung ging ans Register in … „Malmö“ …

Ende gut, alles gut … (zumindest in Schweden – mehr im nächsten Teil)

Att gifta sig i Sverige – in Schweden heiraten (Teil 3)

(was bisher geschah …)

Nachdem ich unverrichteter Dinge das Skatteverket in Västervik verlassen hatte, rief ich bei unserem Pfarrer in Spe an um ihn von unserem Problem zu berichten. Beide  sollten wir also persönlich vorstellig werden und unterschreiben, und dann brav warten, bis wir irgendwann in fünf Wochen den offiziellen Bescheid bekommen sollten, dass wir jetzt laut schwedischem Staat heiraten dürfen …

Aber, kein Problem, meinte unser Pfarrer, ruf doch mal in der Zentrale in Norrköping an und lass mal deinen Charm spielen, soviel ich weiss, gibt es die Möglichkeit des förhandsbesked … des Vorabbescheid …

Und unglaublich, aber wahr, bestätigte mir die Dame in der Zentrale in Norrköping, das das kein Problem sei. Nachdem wir ja schon eine internationale „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ hatten, wäre die Arbeit ja schon getan. Und ja, wir könnten das so machen, einfach eine Woche vor der Hochzeit nach Schweden kommen, bei irgendeinem Skatteverk vorbeischauen und denen sagen, sie sollen mit ihr (Namen und Telefonnummer hatte sie durchgegeben, falls es Fragen gäbe) Kontakt aufnehmen. Dort also unterschreiben und dann ca. 20 Minuten warten, sie würde dann alles gleich fertig machen und an das entsprechende Skatteverket zurückschicken – auf digitalem Wege, versteht sich – sodass wir nach einer halben Stunde dann die Unterlagen mitnehmen könnten …

Klingt alles doch noch vielversprechend … und dann kam der Tag, als wir nach Malmö auf das Schatzamt gingen … (Fortsetzung folgt)

 

 

Att gifta sig i Sverige – in Schweden heiraten (Teil 2)

(Was bisher geschah … Teil 1)

Mit dem internationalen Ehetauglichkeitszeugnis fuhr ich schliesslich einige Wochen vor der Hochzeit nach Schweden um dort beim Skatteverket vorzusprechen. Eigentlich sollte uns ein schwedischer Pfarrer verheiraten, in einer schnuckeligen, kleinen Landkirche im nördlichen Teil Schonens, nicht weit zur Grenze nach Småland. Früher war es möglich, direkt zur schwedischen Staatskirche, der Svenska Kyrka, zu gehen, um sich dort trauen zu lassen. Die besorgte die nötigen Unterlagen und mit der kirchlichen Trauung war man auch gleich noch vor dem Staat rechtsgültig verheiratet. Seit 19991 ist dies wohl nicht mehr möglich, erklärte uns der Pfarrer, er könne zwar auch mit standesamtlicher Wirkung verheiraten, bräuchte aber das wie bereits erwähnte Ehetauglichkeitszeugnis, das allerdings vom schwedischen Staat ausgestellt werden müsste….

Zurück zu meinem Schwedenaufenthalt. Glücklicherweise musste ein Freund von uns eh nach Schweden, um dem Rasen seines Ferienhauses sommertauglich zu machen. Eine gute Gelegenheit, in Västervik beim Skatteverket vorzusprechen, um die hindersprövningPapiere zu beantragen.

Das Skatteverk, gleich neben dem schwedischen Systembolag gelegen (scheinbar werden die Alkohol-Steuern dann gleich nebenan gebracht und verbucht) war leer und ohne einen „lapp“ zu ziehen kam ich auch direkt dran. Also gleich mein bestes Schwedisch ausgepackt und los ging es:

 Hej, ich möchte gerne hier in Schweden heiraten und würde gerne die hindersprövning beantragen!

– Kein Problem, am besten jetzt ausfüllen, der Antrag geht dann in die Zentrale nach Norrköping, wird dort geprüft – das dauert ca. 4-5 Wochen – obwohl,  momentan ist viel los, vielleicht wartet ihr mit dem Termin festlegen für die Hochzeit, bis ihr den endgültigen Bescheid bekommen habt. …

– äh, eigentlich haben wir den 07.07. bereits als Datum festgelegt … das ist schon in 5 -6 Wochen

– und ihr müsst beide hier persönlich erscheinen mit Ausweis und den Antrag unterschreiben …

– äh .. wegen der Prüfung … wir haben uns in Deutschland ein internationales Ehetauglichkeitszeugnis ausstellen lassen …

Die nette Dame des Skatteverkets telefoniert …

– Die Kollegin in der Zentrale sagt, ihr müsst beide persönlich vorstellig werden und hier unterschreiben, das mit dem internationalen Zeugnis geht leider nicht …

Etwas irritiert verlasse ich das Skatteverk  mit einem ratlosen und bedauerndem Blick der Skatteverket-Mitarbeiter im Rücken ….

Was tun?

(Fortsetzung folgt)

Att gifta sig i Sverige – in Schweden heiraten (Teil 1)

Es begab sich aber zu einer Zeit …
da beschlossen zwei Deutsche, sich zu trauen, und zwar in Schweden. Der große Vorteil dabei: In Schweden geht das Heiraten auf Wunsch auch gleich im Doppelpack – bei einer kirchlichen Trauung ist die weltliche dann gleich noch inklusive. Das heisst, der schwedische Pfarrer hat quasi die Funktion eines Standesbeamten.

Doch bis es soweit ist, kann sich – aus eigener Erfahrung – das Ganze etwas hin- bzw. in die Länge ziehen:

Um eine Trauung in Schweden durchzuführen, braucht der schwedische Pfarrer – oder die Pfarrerin, die gibt es bei den Lutheranern ja ebenfalls – eine sogenannte hindersprövning – auf deutsch würde man Ehetauglichkeitszeugnis dazu sagen. Das muss man in Schweden beim Skatteverk, dem schwedischen Finanzamt, beantragen, das dort auch Standesamt-Funktionen wahrnimmt.

Bereits beim eigenen Standesamt in Deutschland besteht die Möglichkeit – gegen eine Gebühr von 50 Euro –  ein internationales Ehetauglichkeitszeugnis ausstellen zu lassen, das u.a. auch in Englisch ausgestellt ist.
Müsste eigentlich in Schweden reichen, denkt man …

Doch es sollte anders kommen …

Demnächst mehr im Teil 2
;o))