Vasaloppet – ein schwedischer Klassiker

Alle Jahre wieder findet er statt am ersten

Ernst Alm, Sieger beim ersten Wasalauf 1922. Foto: Nycop, Carl-Adam: 75 år Sverige. Höganäs, 1976 (Wikipedia)

Wochenende im März, der älteste und längste Langlaufski-Wettbewerb: Der Wasa-Lauf (Vasaloppet).
Insgesamt ist die Strecke 90 Kilometer lang und geht von Berga By bei der schwedischen Stadt Sälen bis nach Mora in der Provinz bzw. historischen Landschaft Dalarna.

Der Lauf geht zurück auf die Fluchtstrecke von König Gustav Vasa, als er im Winter 1520/21 vor den Soldaten des dänischen Königs Kristian II. flüchtete. Schon damals benutzte er Ski um schneller voran zu kommen.

Der erste Wasa-Lauf der Neuzeit fand 1922 statt und wurde seit 1979 Teil des sogenannten Worldloppet, ein weltweiter Langlaufmarathon der von dem Worldloppet-Skiverband (kurz Worldloppet) organisiert wird.

Der klassische Zieleinlauf i Mora | Foto: BIL/Wikipedia.se

Der Wasalauf ist Teil der Wettbewerbsreihe: „En svensk klassiker“ (ein schwedischer Klassiker). Die Kombination aus vier großen Langstreckensportwettbewerben umfasst die Disziplinen
Skilanglauf, (90 km)
Radfahren rund um den Vättern (300 km),
Vansbro-Schwimmen (3 km) sowie ein
den Lindingöloppet, ein Crosslauf über ca. 30 km.

Als Verpflegung wird den Teilnehmern während des Wasa-Laufs neben anderem traditionell Blaubeersuppe  (blåbarsoppa) gereicht sowie Vasaloppsbullar.

Zieleinlauf | Foto: Lipothymia/Wikipedia.de

2020 sind wieder  alle Startplätze ausgebucht, insgesamt  nehmen 15.800 Teilnehmer  am Hauptlauf am Sonntag den 1. März teil, der live im schwedischen Fernsehen übertragen wird.

Nachtrag: Gewinner 2020 sind Lina Korsgren beim Damenlauf und der Norweger Petter Eliassen in der Herrenklasse.

>> Zur offiziellen Webseite: Vasaloppet.se

Fettisdagen und Semlor

Foto: Frugan/Wikipedia.se

Und da ist er wieder, der schwedische Fettisdagen, wo es nochmal „fett“ etwas zu essen gibt, bevor die traditionelle Fastenzeit losgeht. Der Name fettisdag setzt sich aus den Worten „fet“ und „tisdag“ zusammen, also „fetter Dienstag“ und weißt auf all das gute Essen hin, das es an diesem Tag gibt. Das Wort selbst existiert nachweislich übrigens seit 1594. Nach alter Tradition gibt es am Fettisdagen Semlor oder auch fettisdagsbullar. Ursprünglich wurden die Semlor nur am eigentlichen Fettisdagen gegessen, in Südschweden gab es sie traditionell am fastlagsmåndag, dem Pendant zum Rosenmontag, der Montag wird in Schweden daher auch „bullamåndag“ genannt. Der „bulle“ wird oft halbiert und mit Schlagsahne und mit Mandelmasse gegessen. Optisch ähnelt er ein wenig dem deutschen Windbeutel, auch wenn Teig und Inhalt nicht identisch sind. In Norwegen und Dänemark ersetzen Marmelade und manchmal sogar Vanillecreme die Mandelmasse.

Inzwischen gibt es in Schweden die Semlor nicht nur zum Einstieg in die Fastenzeit, sondern oft auch über Ostern hinaus. Inzwischen wird sogar diskutiert, ob es nicht auch Weihnachtssemlor geben darf u.ä. also semlor året runt – das ganze Jahr über.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und für alle Kreativen hier nochmal das Semlor-Rezept (16 Portionen):

Weizenteig:

  • 25 g Hefe für einen süßen Teig
  • 200 ml Milch
  • 240 g Weizenmehl
  • 80 g Zucker
  • ½ EL Kardamon (grobgemahlen)
  • 180 g Weizenmehl
  • ½ TL Salz
  • 80 g Butter (Raumtemperatur)
  • 1 Ei

Mandelfüllung:

  • 400 g Mandelmasse
  • 50 g gehackte, geröstete Madeln
  • 2 TL Vanillezucker
  • 80 ml Milch
  • 1 EL Mandellikör

Zusätzlich:

  • 500 ml Sahne
  • Puderzucker

Die kalte Milch, Hefe, Zucker, Kardamon mit dem ersten Teil Mehl bei geringer Mixergeschwindigkeit ca. 5-10 Min. mischen. Den Teig ca. 20-30 Minuten in der Schüssel unter einem Tuch zum Gehen ruhen lassen. Dann die restlichen Zutaten hinzugeben und bei mittlerer Geschwindigkeit ca. 10 Min. rühren bis der Teig an der Oberfläche glänzig wird und sich leicht von den Kanten löst. Den Teig nochmal 20-30 Min. unter dem Tuch ruhen lassen. Danach den Teig schliesslich in kleinere Stücke á 50 g teilen, diese zu Kugeln formen und auf einer Platte mit Backpapier ca. 1,5 Stunden gehen lassen, bis sie die doppelte Größe erreicht haben. Auf der mittleren Schiene im Backofen ca. 6-8 Min. bei 200 °C backen bis die Oberfläche goldbraun ist.

Alle Zutaten für die Mandelfüllung außer der Milch zu einer gleichmäßigen Masse mischen. Die Milch peu á peu dazugeben und alles zu einer ausgewogenen Masse rühren. Wenn die Kugeln abgekühlt sind einen Deckel abschneiden und erst die Mandelfüllung und schliesslich die Schlagsahne einsprühen. Den Deckel schliesslich auf die Sahne legen und das Ganze mit Puderzucker bestreuen.

10 Dinge, die man über Schweden wissen sollte

Werbung, unbeauftragt! *

Hej Hej!

Heute mal als Tipp ein gut gemachtes und informatives Youtube-Video zum Thema „Gut zu Wissen über Schweden und die Schweden“ von eductus., das erklärt, was man wissen sollte, wenn man sich in Schweden niederlassen bzw. nach Schweden auswandern möchte:

Und hier ein schneller Überblick auf Deutsch:

  1. Du mußt lernen, wie man FIKA macht, die schwedische Form des Kaffeetrinkens in der Familie, in der Firma oder unter Freunden
  2. LAGOM – beschreibt die Schweden am Besten – und bedeutet in etwa: Genau richtig – nicht zuviel und nicht zu wenig
  3. Schweden sind scheu – bitte vorsichtig annähern – gerne zum FIKA einladen für ein erstes Kennenlernen ;o)
  4. Schweden lieben es, in der Schlange (anzu)stehen.
  5. Schweden halten sich an Regeln!
  6. Schweden lieben die Natur und in der Natur zu sein. Hier gilt das ALLEMANSRÄTT, was aber nicht alle zu Allem berechtigt … Unbedingt auf die Vegetation und die Tiere achten
  7. Respekt für Kinder – Kinderrechte werden große geschrieben. Eltern haben ein Anrecht auf Elternzeit (20 % der Väter nutzen dies) und alle Kinder ein Recht auf einen Kindergartenplatz.
  8. Astrid Lindgren muß man kennen. In ihren Büchern lernt man viel über die schwedische Art zu leben.
  9. Lange und kalte Winter – und manchmal ist der Sommer nicht besser. Schweden lieben es, über das Wetter zu reden und sind verrückt nach Sonne. Ein gutes Thema, ein Gespräch zu beginnen.
  10. Wer ist der Boss? Informelle Kleidung, flache Hierarchien? Trotzdem ist der Boss immer noch der Boss.

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*Bei diesem Text / Video handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

Holz und Holzhäuser

Klimawandel, Klimaschutz und Energiesparen sind nur einige wenige Begriffe, die aktuell in aller Munde und natürlich auch in den Nachrichten sind. Schweden ist eines der Vorreiterländer wenn es um Klimaschutz und innovative Ideen geht. Hier ein interessanter Beitrag vom Deutschlandfunk in der Sendung „Umwelt und Verbraucher“ am 27.01.20 zum Thema:

Holzhäuser sind Tradition in Schweden. Im Deutschlandfunk wurden ebenfalls die Themen HOLZ und HOLZHÄUSER aufgegriffen, wenn auch eher im Allgemeinen und nicht unbedingt auch Schweden bezogen, dennoch ein interessanter Beitrag, auf die ich heute ebenfalls gerne verlinken möchte:

Ressourcenschonend bauen – Stroh, Holz, Lehm: Haus

Foto: Deutschlandfunk.de

Die Baubranche ist ein großer Mitverursacher des Klimawandels. Doch das lässt sich ändern. Wie, zeigt der Prototyp einer Kieler Architektin: Ein stapelbares Häuschen aus natürlichen Baustoffen schont das Klima, verursacht wenig Müll und ist nicht teurer als andere Bauarten.

[Zum Beitrag]

 

Der KANELBULLENS DAG wird 20 Jahre

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Fotos: Pixabay.de

Heute am 04. Oktober gibt es einen wichtigen Fast-Feier-Tag in Schweden: Den Kanelbullens dag – den Tag der Zimtschnecke! Und dieses Jahr feiert dieser Thema-Tag sein 20-jähriges Jubiläum. Eingeführt hatt den Tag der Hembakningsrådet 1999 oder besser gesagt, Kaeth Gardestedt, die damals die Projektleitung beim Hembakningsrådet inne hatte, ein Zusammenschluß der Hefehersteller, Mehlproduzenten, Zucker- und Margarinehersteller, der inzwischen von Dansukker betrieben wird. Natürlich mit dem Hintergedanken, den Absatz an den jeweiligen Zutaten mit einem solchen Tag voran zu treiben… ein Schelm, der Böses dabei denkt … Der 4. Oktober wurde deshalb als Datum gewählt, weil Kaeth Gardestedt und der Hembakningsrådet keine Konkurrenz mit anderen Essenstraditionen wie Semlor, Krebs oder Surströmming aufbauen wollten. Damals, 1999, als der Tag der Zimtschnecke eingeführt wurde, war der 4. Oktober gleichzeitig auch der internationale Tag der Kinder, ein Schelm, der Böses dabei denkt … Ein eigener und spezieller Tag also nur für die Zimtschnecke … Und der Kanelbulle ist in einer schwedischen Fikapaus (Kaffeepause) nicht wegzudenken. Und auch außerhalb von Schweden erfreut sich das Hefegebäck großer Beliebtheit – ein schwedisches Möbelhaus bietet die nicht nur in seinem Restaurant an, es gibt die vorgebackenenen Teile auch als Tiefkühlware zum Aufbacken zuhause im Ofen. Viele Schweden im Ausland wie z.B. in Neu-Seeland oder innerhalb der Schwedischen Kirche im Ausland feiern diese Tradition enstsprechend in der Fremde.

cinnamon-rolls-3655731_1920Und für alle, die nicht gerade tiefgefrorene Kanelbullar vorrätig haben hier zwei Rezepte zum Selbermachen, erst einmal ein Schnellrezept für alle, die nicht warten können und weiter unten ein Rezept mit und ohne Ei und am Ende sogar ein Schnellrezept:

Schnellrezept:

ca 40 st, hier verwende ich als Angaben die schwedischen Maßeinheiten dl (Deziliter / 1l =100 ml ;o)

Um schneller zum Ergebnis zu kommen wird hier Trockenhefe verwendet.

Zutaten:

  • 16 dl Weizenmehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 0,5 TL Salz
  • 1,5 dl Zucker
  • 0,5 EL gestoßener Kardamom
  • 150 g Butter
  • 5 dl Milch
  • 1,5 dl Quark, ca. 1%

Füllung:

  • 75 g Butter (Zimmertemperatur)
  • 1 dl Zucker
  • 2 TL gemahlener Zimt
  • 2 TL Vanillezucker

Guß/Garnierung:

  • 1 Ei
  • 1 EL Milch
  • Perlzucker/Hagelzucker und / oder Mandelblättchen
  • Puderzucker

 Und so gehts:

  1. Alle Zutaten der Füllung vermengen.
  2. Mehl und Trockenhefe mit Salz, Zucker und Kardamom verrühren.
  3. Die Butter schmelzen, Mehl und Quark hinzugeben und das Ganze dann der Mehlmischung zugeben. Das Ganze zu einem Teig verarbeiten, den Ofen auf 225 Grad vorheizen.
  4. Den Teig auf einer mehlbestäubten Unterlage zu einem Viereck ausrollen. Die Füllung auftragen. Alles zu einer großen Rolle zusammenrollen und diese dann in einzelne Stücke zu Schnecken schneiden .
  5. Die Schnecken auf ein Backblech mit Backpapier legen und unter einem (Hand)tuch und 15 Min. ruhen lassen.
  6. Ei und Mehl zusammenrühren die Rohlinge vorsichtig bepinseln. Den Hagelzucker /Perlzucker darüberstreuen und / oder die Mandelflocken.
  7. Auf der mittleren Höhe des Backofens ca. 8-10 Min. backen.
  8. Etwas Puderzucker über die Zimtschnecken vor dem Servieren streuen.
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Rezept mit und ohne Ei:

Zutaten:

Teig mit / ohne Ei:

  • 500 g kalte Milch
  • 50 g Hefe
  • 1200 g / 1075 g Weizenmehl (mit Ei / ohne Ei)
  • 2 Eier
  • 200 g Butter
  • 200 g Zucker oder weißer Sirup
  • 2 TL grob gemahlener Kardamom
  • 13g Salz

Füllung:

  • 300g Butter (Zimmertemperatur)
  • 100 g Mandelmasse
  • 90 g Zucker
  • 4 EL gemahlener Zimt

Guß:

  • Ei
  • Wasser
  • Salz

Deko:

Hagelzucker / Perlzucker

Am besten die Füllung bereits am Tag vor dem Backen zubereiten, dann entwickelt der Zimt erst richtig seinen Geschmack. Die Menge im Rezept kann übrigens je nach eigenem Geschmack variiert werden, je nachdem wieviel Füllung man gerne in seiner Zimtschnecke hat. Hierzu einfach weniger oder mehr der Zutatenmenge nehmen.
Mit Mandelmasse:
Butter mit Mandelmasse jeweils in kleine Schritten vermengen um Klumpenbildung zu verhindern. Dann Zucker und Zimt zugeben.
Ohne Mandelmasse:
Alle Zutaten zusammenmischen und über Nacht stehen lassen.

Teig:

  1. Hefe in Milch einrühren bis die Hefe sich aufgelöst hat. Die Hälfte des Mehls hinzugeben und in der Maschine ca. 5 Min. kneten lassen. Dann den Teig ca. 10 Minuten ruhen lassen.
  2. Das restliche Mehl, Eier (falls gewünscht), Butter, Zucker / Sirup und Kardamom dazugeben und in der Maschine ca. 12-15 Minuten kneten lassen.
  3. Salz hinzufügen und weitere 3-4 Minuten kneten lassen.
    Den Teig ausrollen und ca. 20 Min. in das Gefrierfach / den Gefrierschrank legen.
  4. Den Teig aus dem Gefrierfach holen und ausrollen. Die gewünschte Menge Zimtfüllung aufstreichen, dann entsprechend als Schnecke formen und die Rohlinge auf ein Blech mit Backpapier oder Silikontuch legen.Falls ihr die Rohlinge einfrieren wollt: Direkt in den Gefrierschrabk legen, dann im gehärteten Zustand in Gefrierbeutel aufbewahren, das schützt vor dem Austrocknen.
  5. Zum Teig gehen lassen ein Gefäß mit warmem Wasser zusammen mit den Rohlingen in den Backofen stellen. Die Rohlinge bis zur doppelten Größe gehen lassen und dann Wasser und Rohlinge aus dem Ofen nehmen.
  6. Die Rohlinge mit Ei/Wasser/Salz-Gemisch einpinseln und mit Hagelzucker (Perlzucker) bestreuen.
  7. Den Ofen auf 200 Grad aufheizen. Dann die Schnecken ca. 7-12 Min. backen bis sie eine schöne Farbe bekommen haben.

Glad Midsommar

Und wieder wird Midsommar gefeiert in Schweden, das Fest der Sonnwende mit der längsten Nacht des Jahres. Mit dazu gehören neben einem Tanz um die Midsommarstång neben jungen Kartoffeln und Hering unbedingt auch die ersten Erdbeeren mit Sahne. Natürlich kann man in Sachen Büffet auch variieren, hier ein Rezept zu einem eher untypisch schwedischen, aber super leckeren Salat, den wir in Schweden kennengelernt haben (Tack, Magnus!) und der ruckzuck auch mal schnell auf den Tisch gezaubert werden kann. Hier die Anleitung für den super einfachen Salat heute mal als Bildergeschichte:

Und last but not least das Wichtigste rund um Midsommar in dreieinhalb Minuten zusammengefasst: