Stockholmer Stadtmuseum feiert Neueröffnung

Foto: stadsmuseet

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Und heute mal wieder ein aktueller Reisetipp:
Das Stockholmer Stadtmuseum wird am 27. April nach 4 Jahren Renovierung wiedereröffnet. Das Museum liegt zentral direkt neben der Altstadt GAMLA STAN beim Verkehrsknotenpunkt SLUSSEN und läßt die Geschichte Stockholms von 1527 bis heute Revue passieren – von der Zeit der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert bis hin zur Kneipen- und Schenkenkultur des 18. Jahrhunderts – letzteres natürlich im Kellergewölbe.

Illustration: Tor Cederman

Zur Neueröffnung des von außen eher unscheinbaren Gebäudes soll 24 Stunden – rund um die Uhr – geöffnet sein und man hofft auf zahlreiche Besucher – am Liebsten in historischen Gewändern.
Im historischen Gewand kann der Besucher auch St. Erik, Stockholms Wahrzeichen, treffen, dargestellt von Schauspieler Christian Arnold. Im Einführungsfilm führt St. Erik die Zuschauer durch die einzelnen Zeitepochen und gibt eine kurze, unterhaltsame Zusammenfassung der einzelnen Jahrhunderte.

Foto: Matthias Ek, stadsmuseet

Im Rahmen der Renovierung sollte die ursprüngliche Raumgröße wieder hergestellt werden. Vorhandene Büros wurden ausgelagert, um mehr Platz für Austellungen und Besucher zu schaffen. Verdeckte Fenster wurden wieder neu geöffnet und bieten nun eine bewundernswerte Aussicht.

*Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

 

SNUS – Tabak zum Lutschen

Foto: Alekos | Wikipedia.de

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Nein, sie haben keine dicke Lippe riskiert, die schwedischen Männer – und auch Frauen – mit einer sichtbar dicken Oberlippe. Die kommt nicht etwa von einer Entzündung oder einer handgreiflichen Auseinandersetzung, sondern weist oft den Menschen als SNUS-Konsument aus. SNUS, das ist Tabak  quasi zum Lutschen und dient den Schweden gerne als Alternative zur Zigarette. Denn seit 2005 existiert in Schweden ein umfassendes Rauchverbot in Restaurants, Kneipen und Cafes und viele Raucher stiegen daher von Zigaretten auf Snus um.

Natürlich postuliert die Snus-Industrie, dass der Nikotingenuß beim Snusen bei weitem nicht so gefährlich sei wie Rauchen. Unabhängige Studien beschreiben dagegen Krankheiten wie höheren Blutdruck  und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Dabei geht der Snuskonsum auf eine lange Tradition zurück:
Ursprünglich als Schnupftabak dem Adel vorbehalten, wird der Tabak auch in der restlichen Bevölkerung schließlich immer attraktiver. Jedoch lutscht und kaut das Volk lieber.

Eine Rezeptur von 1840 beschreibt, wie ein guter SNUS hergestellt wird:
Zuerst wird der Tabak gemahlen, anschließend mit Salz und Wasser eingeweicht. Dann muß er 7 Tag ziehen bzw. in einer Kachelofen-Sauna schwitzen. Dann wird Pottasche dazu, das typische Snus-Aroma bilden Zedernöl, Ingwer, Zucker und junger roter Wein.

Bis heute erfreut sich Snus als Zigarettenersatz großer Beliebtheit in Scheden. rund 1 Mio Menschen sollen Snus aktuell konsumieren, die Dose Snus kostet umgerechnet rund 4 Euro. Dabei wird Snus mit den Fingern aus der Dose genommen und zum einem kleinen Ball geknetet. Dieser wird dann unter die Oberlippe geschoben und schließlich geduldig gelutscht. Bei der Alternative „Portionssnus“ werden kleine Beutel mit Snus verwendet und machen das Handling etwas einfacher. Das Aroma wird über die Schleimhäute direkt in die Blutbahn abgegeben, die Wirkung hält eine halbe Stunde an.

Die EU stuft Snus allerdings als Droge ein und der darf in der EU lt. der geltenden Tabakproduktrichtlinie nicht verkauft werden. Daher wird das Phänomen „Mann oder Frau mit der für Snus typisch-dicken Oberlippe“ auch weiterhin vor allem in Schweden zu entdecken sein.

Übersetzung: „Diese Tabakware kann deiner Gesundheit schaden und abhängig machen“. Foto. Dennis Brown | Wikipedia.de

*Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!

 

 

 

God Jul wünscht der Jultomte

An Weihnachten kommt in Schweden nicht das Christkind, sondern der Weihnachtsmann – der JULTOMTE.  Der kommt traditionell an Heilig Abend in die Häuser, klopft an die Tür und fragt als erstes: „Finns det några snälla barn här? – Gibt es hier brave Kinder?“.

Eigentlich ist der heutige schwedische Jultomte eine Mischung aus dem amerikanischen Santa Claus und den alten Haus- bzw. Hofwichtel aus dem alten schwedischen Volksglauben.

Julbockverkleidung in Uppland fühes 20. Jhdt. Bild: Wikipedia.se

Im 19. Jahrhundert wurden die Geschenke an Heilig Abend im Prinzip wie heute auch an Heilig Abend ausgeteilt, allerdings mit dem Unterschied, dass der mystische Gast des Abends nicht mit einer  Weihnachtsmannmaske sondern als Julbock – sprich: Weihnachtsgeisbock vorbei kam.
Der Julbock stand eigentlich vor der Tür, stampfte auf den Boden und knallte bzw. klopfte laut an die Tür. Zumindest das Klopfen hat sich bis heute erhalten.
Ein weiterer Brauch war damals auch, ein Geschenk für die Person, in die man heimlich verliebt war, vor die Tür zu legen, anzuklopfen und dann schnell zu verschwinden. Das heute typische HO HO HO des schwedischen Weihnachtsmannes wurde wahrscheinlich aus den englisch-sprachigen Ländern übernommen und wird ursprünglich der Figur PUCK aus Shakespeares Mittsommernachtstraum zugeschrieben.

Santa Park, Rovaniemi  Foto:_Ulla|Wikipedia.se

Wo der Weihnachtsmann wohnt ist natürlich eine Frage, die niemand so richtig beantworten kann: Während die Amerikaner glauben, er wohne am Nordpol mit seinen Rentieren und Wichteln sind die Dänen der Meinung, er wohnt in Ilulissat auf Grönland. Die Finnen wiederum gehen von Korvatunturi im nordöstlichen Finnland als Wohnsitz aus, das allerdings inzwischen Konkurrenz bekommen hat von der Weihnachtsstadt im finnischen Rovaniemi .

In Schweden und Norwegen dagegen spielt die Frage nach dem Wohnsitz des Weihnachtsmann nicht wirklich eine Rolle, möglicherweise wegen der bereits genannten  Haus-/Hofwichtel-Tradition.

Nichts desto trotz allen noch GOD JUL mit einem HO HO HO … und gesund bleiben!

Lilla Julafton – Kleiner Heiliger Abend

Weihnachten schon einen Tag vor Heilig Abend, also früher feiern – das gibt es in Schweden, vor allem als Tradition in Schonen und Blekinge. Der kleine Heilig Abend – LILLA JULAFTON  oder auch LILLEJULAFTON auf schwedisch – gibt es bereits in der schwedischen Provinz Schonen (SKÅNE) seit 1775. Aber auch in Finnland und auf Åland gibt es die vorgezogenen Weihnachtsfeiern, dort seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Und manchmal wird auch der 6. Dezember – in Deutschland vor allem als Nikolaustag bekannt – als kleiner Heilig-Abend gefeiert. Hierbei dürfen dann natürlich ein kleiner Christbaum, ein Weihnachtsbuffet in Kleinformat, kleine Weihnachtsgeschenke und Gesellschaftspiele nicht fehlern.

Doch zurück zum 23. Dezember:
Vor allem für Patchwork-Familien stellt inzwischen der 23. Dezember eine wichtige, neue Funktion dar: Viele haben an Heilig-Abend frei und können so bereits am Tag vor Heilig Abend mit dem Feiern beginnen – und am nächsten Tag ausschlafen . So kann Heilig Abend auch  in mehreren Familien mit den Lieben (vor-)gefeiert werden.

 

Weihnachtsmärkte in Schweden: Haga in Göteborg

Julmarknad i Haga | Foto: http://www.goteborg.com

Einen traditonellen Weihnachtsmarkt gibt es jedes Jahr im ältesten Stadtteil von Göteborg. Entlang der Haga Nygata wird dem Besucher Handwerk in seinen unterschiedlichsten Formen präsentiert mit  selbstgemachten und regional produzierten Waren. Trendige, weihnachtlich geschmückte Butiken aber auch Gegenstände im schicken Vintage Style gibt es überall in den weihnachtlich geschmückten Strassen zu entdecken. Alles, was das weihnachtliche Herz begehrt, zumindest das schwedische ;o) Zu einer Pause im Weihnachtsshopping laden die zahlreichen Cafés in Haga ein, natürlich dürfen hier das traditionelle JULFIKA (Weihnachtskaffeetrinken) mit Lussekatter (Safranbrötchen), Pepparkakor (Pfefferkuchen) und Glögg (schwedischer Glühwein) nicht fehlen. Ab dem 2. Dzember gibt es Weihnachtsbäume auf dem Kirchplatz von Haga zu erstehen. Und last but not least kommt auch der TOMTE. der schwedische Weihnachtsmann auf eine Stippvisite auf dem Marktplatz von HAGA vorbei.

Der HAGA-JULMARKNAD findet vom 24. November- 22. Dezember jeweils am Wochenende statt .

Weitere Infos unter www.goteborg.com

Lichterbögen – typisch schwedisch

Lichterbögen sind typisch für Schweden und stehen ab dem Lucia-Fest beinahe in jedem schwedischen Fenster. Die ersten Lichterbögen kamen in Schweden in den 1920-Jahren auf. Ein Haufen mit kaputten Weihnachtsbeleuchtungen und schwedisches Sicherheitsdenken gaben schliesslich in den 1930ern den Ausschlag zu einer neuen Erfindung: Der elektrische Lichterbogen – den elektriska ljusstaken.

Ljusstake Nordiska Museet

Der erste elektrische Lichterbogen Foto: nordiskamuseet.se/

Erfunden hat den Ljusstake Oscar Andersson, der damals bei Philips in Göteborg arbeitete. Elektrische Geräte waren in den 1920ern eine Besonderheit, die erste elektrische Weihnachtsbeleuchtung wurde von Philips während der Jahre 1929-1930 auf den Markt gebracht. Die bestand aus neun Lampensockeln und waren mit 14-Volt-Lampen ausgestattet bei einer Spannung von insgesamt 120 Volt. Praktisch, denn in den meisten Städten wurde eine Spannung von 127 Volt verwendet. Ein Problem gab es jedoch in ländlichen Regionen, denn dort betrug die übliche Spannung aus der Steckdose 220 Volt. Die Lampensockel begannen hier zu schmelzen und viele Lampen wurden dabei zerstört. Die kaputten Teile wiederum wurden als Reklamationsware zurück zu Philips nach Göteborg geschickt.

Oscar Andersson

Oscar Andersson 1909-1996 | Foto Ingemar Rådberg (adventsljusstaken.se)

Der damals 25jährige Oscar Andersson war im Lager bei Philips beschäftigt und damit beauftragt, alle kaputten Leuchtmittel auszusortieren und wegzuwerfen. Dabei erhielt er die Erlaubnis, die noch ganzen Stücke aufzubewahren und damit zu experimentieren.

Der erste elektrische Lichterbogen der Welt leuchtet in Oscar Anderssons Elternhaus in der Karl Gustavgatan in Göteborg im Jahr 1934 und stieß und wurde von vielen bewundert. Dieser Lichterbogen diente als Vorlage und begann schliesslich als „Julottestake“ oder „Julstake“seinen Siegeszug weltweit. Der Prototyp seines Produkts ist im  Nordiska Museum in Stockholm zu bewundern.

In Schweden werden pro Jahr ca. eine Million Lichterbögen verkauft und sind in über 90% der schweidischen Haushalte zu finden.

Mehr Bilder und Infos auf der Webseite des Nordischen Museums in Stockholm